Zitronenbäume züchten              Zitrusgewächse kann man ganz einfach selbst vermehren




Zitrusbäumchen sind attraktive Gesellen und ihre Früchte sommers wie winters überaus begehrt. Warum also nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Wer Zitronenbäumchen aus Stecklingen selber vermehrt, wird schon im darauf folgenden Jahr mit hübschen Blüten und ersten Früchten belohnt.

Für den Einstieg in die erfolgreiche Früchteproduktion benötigen wir zunächst nur eines: eine gesunde Mutterpflanze. Ihre Pflege ist nicht ganz einfach, deshalb vorweg einige Tipps: Zitronen sind kurzstämmige, kleine Bäumchen oder Sträucher mit dunkelgrünen, ledrigen Blättern und oft starken Stacheln. Die Pflanzen wechseln das ganze Jahr über das Laub, sind also immergrün. Und weil ihre Blüten zwittrig sind, können sie mit dem eigenen Blütenstaub, der stets reichlich gebildet wird, befruchtet werden. Auch für die Zimmerkultur sind sie deshalb ideal geeignet. Ihr besonderer Reiz liegt darin, dass sie sich oft während des ganzen Jahres gleichzeitig mit herrlich duftenden weißen Blüten wie auch mit hübschen Früchten schmücken, die sich dabei in ganz unterschiedlichen Reifestadien befinden können.

Die meisten Misserfolge bei der Haltung von Zitronenbäumchen gehen auf Gießfehler zurück. Einerseits nämlich dürfen die Pflanzen im Sommer keinesfalls trocken stehen, andererseits aber wird auch Vernässung sofort mit Blattvergilbung oder -abwurf bestraft. Für alle Zitrusgewächse gilt: Weniger gießen ist stets besser als zuviel. Bevor man zur Gießkanne greift, sollte die oberste Erdschicht immer ganz abgetrocknet sein. Staunässe lässt sich von vorneherein ausschließen, indem man in das Aufzuchtgefäß eine gute Dränageschicht aus grobem Kies oder Tonscherben einfüllt. Das Substrat im Topf sollte möglichst gehaltvoll, keinesfalls aber verfestigt sein. Besonders bewährt haben sich Fertigerden, die mit gesiebtem und möglichst kalkarmem Gartenboden gemischt sind. Zitrusgewächse schätzen neutrale Böden. Zum Gießen sollte deshalb nur enthärtetes, also wenig kalkhaltiges Wasser verwendet werden. Für die wöchentliche Nährstoffgabe genügt ein flüssiger Volldünger, besser eignet sich aber in Wasser aufgelöster Trockendung.

Die Früchte am Bäumchen gedeihen optimal, wenn man die Pflanze regelmäßig zurückschneidet. Wie im übrigen Obstbau gilt: Starker Schnitt bewirkt kräftiges Wachstum, Einkürzen fördert die Blütentriebe, schwache Zweige müssen entfernt werden.

Der ideale Standort für unsere geplante Miniplantage ist hell, sonnig und warm - dabei aber luftig. Wer keinen Balkon oder Garten hat, kann seine Zitronen durchaus auch an einem sonnigen Fenster aufziehen. Die Eigen-Vermehrung erfolgt dabei durch Stecklinge, denn aus Kernen gezogene Zitronenbäumchen ergeben meist sparrige, nicht fruchtende Sträucher. Mit einem scharfen Messer wird eine Triebspitze mit drei bis vier Blättern dicht unter dem Blattknoten der Mutterpflanze abgeschnitten. Den Steckling taucht man in Bewurzelungspulver und setzt ihn in einen Vermehrungskasten mit einem Torf-Sandgemisch. Bei Temperaturen von 22 bis 25 Grad bilden sich innerhalb von sechs Wochen reichlich Wurzeln. Sind die jungen Pflanzen kräftig genug, können sie in einen eigenes Gefäß umgesetzt werden. Schon ein Jahr später tragen sie erste Blüten und Früchte.

Ein Tipp für die Ernte: Zitronen aus Kübelkultur sollten so lange an der Pflanze bleiben, bis sie sich von selbst ablösen oder ganz leicht vom Stiel trennen. Dann haben sie ein Höchstmaß an Saft und Aroma.


Quelle: Berliner MoPo / Corinna Zitlau



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